Archiv des Autors: Sabine Grimm

Rudolf Sanders: Die Partnerschule. Paartherapie im Integrativen Verfahren

Rudolf Sanders ist Gründer der Partnerschule und begleitet Paare seit über 30 Jahren im Rahmen von Beratung/Therapie und in Paarkursen. „Daneben“ ist er Mitglied im Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend und Eheberatung e.V. (DAJEB).

Im Februar 2022 erschien bei Junfermann sein eigenes neues Buch[1], dessen Entstehung ich von Ferne begleiten durfte.

Das nun vorliegende Buch enthält eine dichte und tiefgründige Beschreibung seines Ansatzes, untersetzt durch profundes Wissen aus unterschiedlichsten Bereichen der Psychologie und Beratungswissenschaft. Nichts für Lesemuffel, aber sehr bereichernd für all die, die sich mit Paarberatung und -therapie auseinandersetzen und – ganz nebenbei – Einblick in Theorien, Modelle und Ansätze wie Polyvagal Theorie, Schematherapie, Traumatherapie, emotionsfokussiertes Arbeiten, das Züricher Ressourcenmodell und einige mehr erhalten wollen.

In einer Hinführung zum „Ansatz der Partnerschule“ stellt der Autor zum einen grundlegende Prämissen und Wurzeln seiner Arbeit vor.

Hier finden Sie u.a. Erläuterungen zur Polyvagal Theory (Steven Porges), zu den Grundlagen der Emotionsfokussierten Therapie (L. Greenberg und insbesondere im Verständnis von S. Johnson) und Schematherapie (Eckhard Roediger), den Auswirkungen traumatischer Bindungserfahrungen auf die Entwicklung im Erwachsenenalter (Mary Ainsworth und John Bowlby) sowie zum Konfliktverhalten im Paar (insbesondere Katharina Klees). In der Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen geht er den lebensgeschichtlichen Ursachen von Partnerschaftskonflikten auf den Grund.

Sein Blick auf Vergangenheit und – oft als konflikthaft erlebte – Gegenwart des Paares ist jedoch keinesfalls problemzentriert. Ja, es geht um „Diagnostik“ und um mögliche Ursachen aktuellen Konfliktverhaltens. Das Wissen darum – psychoedukativ mit dem Paar geteilt und erlebnisorientiert erfahrbar gemacht – stellt für ihn einen wichtigen Hebel in der Arbeit mit Paaren dar. Doch immer wieder geht es R. Sanders v.a. darum, Gelungenes und Gelingendes aufzuspüren, Zuversicht und Selbstwirksamkeit zu fördern. Und es geht ihm darum, dass die Partner*innen (wieder) lernen, sich selbst und die/den Andere*n zu verstehen und wertzuschätzen.

Sein eigener „integrativer“ Ansatz bezieht „mehrdimensionale Perspektiven auf Menschen“ ein. Auf Menschen als bio-psycho-soziale Wesen in ihrem Gewordensein, ihrem aktuellen Erleben und in dem, was sie (miteinander) werden und leben wollen. Damit verschränkt er Vergangenheit, Gegenwart (Hier und Jetzt der Paarbeziehung, aber auch des paartherapeutischen Settings) und (erhoffte) Zukunft.

Bevor Rudolf Sanders die aufeinander aufbauenden Module seine „Partnerschule“ im Einzelnen vorstellt, macht er Ziele und Vorgehensweise sehr deutlich:

Es geht ihm darum, Paaren einen Weg aufzuzeigen, wie sie als Paar wieder glücklich werden können. Dies erfordere, sich (wieder) aufeinander einzulassen – und auf einen gemeinsamen Entdeckungs- und Veränderungsweg, dessen Stationen (Module) er im Laufe vieler Jahre wissenschaftlicher Auseinandersetzung und beraterischer Begleitung von Paaren entwickelt hat.

Bereits auf dem Weg erfahren die Partner*innen notwendigerweise Zuversicht, Selbstwirksamkeit, das Wachsen ihrer Beziehungskompetenz und peu à peu ein Sich-Verändern ihres Umgangs miteinander („alternative Beziehungserfahrungen“).

Rudolf Sanders nennt sein Angebot „Therapie“ In einem „Exkurs: Paartherapie, Paarberatung, Paarcoaching oder Beziehungskompetenzentraining?“[2] setzt er sich mit der Begriffsgeschichte und -Bedeutung auseinander. Dabei geht er zurück bis in die Griechische Antike und beleuchtet den Zusammenhang von Heilkunst, pädagogischer Führung und Lebenskunst. Seine Arbeit soll „heilen“, soll Paaren helfen, zur für sie „rechten Lebensführung“ zu kommen Eine Eingrenzung auf therapeutisches Arbeiten in Sinne des Psychotherapiegesetzes ist hier ausdrücklich nicht gemeint.

Die Verantwortung des Therapeuten liegt für ihn neben der Anerkennung der Erfahrungen und Lösungsversuche des Paares und der Vermittlung von Zuversicht auch darin, die Führung zu übernehmen, gewissermaßen ein verlässlicher Guide zu sein, der den Weg kennt und seinen Klient*innen Sicherheit und Orientierung vermittelt.

Veränderung als geführter Prozess

Der Ansatz „Partnerschule“ umfasst fünf aufeinander aufbauende und doch prozesshaft verschränkte Module. Zur Verdeutlichung bediene ich mit einer Grafik des Autors:[3]

Die einzelnen Module werden ausführlich vorgestellt, dabei erläutert der Autor zum einen die jeweiligen theoretischen Grundlegungen und die Ziele. Zum anderen – und dies lässt das Herz von Praktiker*innen sicher höherschlagen – stellt er eine Fülle konkreter Methoden vor – wiederum mit Herleitung, Zielsetzung und Hinweisen zur Anwendung. Die Methodenauswahl spricht dabei ganz verschiedene Erlebensdimensionen an: kognitives Verstehen und Mentalisierungs-fähigkeit, Kreativität leib-haftes Wahrnehmen und Erleben im Hier und Jetzt. Vorgestellt werden auch vollständige Einzel- und Paarinterviews zu Bindungserfahrungen und zur Paargeschichte, Methoden zur Skulpturarbeit, Imaginationen, Psychoedukation, …. Teilweise beschreibt er ganze Sitzungen.

Sehr Mut machend und entlastend  – sowohl für die Paare selbst, als auch für die Berater*in  – ist zudem der „,Erste-Hilfe-Koffer´ für Paare in Stresssituationen“[4]. Hier werden Microinterventionen vorgestellt, die Paaren auch in scheinbar verfahrenen Situationen dabei unterstützen, Konflikte zu deeskalieren und wieder in einen achtsamen und wertschätzenden Dialog zu kommen.

Das 5. Modul „Partnerschule bringt Paare in Bewegung“ wurde von Renate Lissy-Honegger verfasst, mit der Rudolf Sanders seit vielen Jahren im Rahmen seiner „Partnerschule“ zusammenarbeitet. Hier finden Sie nochmals grundlegende Gedanken und Prämissen zum „Konzept des Leibes“, zur Wechselbeziehung von psychischem Geschehen und körperlichem Ausdruck, zur „Zwischenleiblichkeit“ und zur Bedeutung und Förderung von Achtsamkeit.

Ich habe das Buch mit großem Gewinn gelesen, sowohl für meine Arbeit mit Paaren als auch für die Beratung Einzelner. Und obwohl ich selbst aus lebens- und lerngeschichtlichen Gründen einem betonten Wegeweise- und Führungswillen der Beratungsperson eher skeptisch gegenüberstehe, sind die Argumentation des Autors und der Spannungsbogen seiner „Partnerschule“ für mich sehr nachvollziehbar und anregend für die Erprobung in meiner eigenen Praxis.

Neben der anschaulichen Beschreibung seines Ansatzes in aufeinanderfolgenden Modulen hat Rudolf Sanders zudem ein Kompendium der psychologischen Beratung vorgelegt. Die beschriebenen Methoden können im Rahmen unterschiedlicher Ansätze und Settings umgesetzt werden.

Das Buch enthält einen ausführlichen Index sowie einen Link zum Herunterladen der E-Book-Version, was im Hinblick auf den Transfer der Methoden und Fragebögen in die eigene beraterische Praxis der Leser*innen sehr praktisch ist.

Ich wünsche dem neuen Werk von Rudolf Sanders eine große Verbreitung.


[1] Sanders (2022): „Die Partnerschule: Paartherapie im Integrativen Verfahren“. Junfermann Verlag. Paderborn 2022

[2] Ebd., S. 28ff.

[3] Prozessgrafik Paartherapie, ebd., S. 84

[4] Ebd. S. 104ff.

Wenn Sie das Buch über einen der Links in diesem Artikel beim Verlag bestellen, erhalte ich eine kleine Provision. Vielen Dank!

Lukas Nissen & Michael Sturm: Emotionsvermeidung überwinden. Eine integrative Methode zur Regulierung des inneren Alarmsystems

Grundbedürfnisse und psychische Sicherheit

Einer der nachhaltigsten Eindrücke der Jahrestagung 2020 der DAJEB (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend und Eheberatung e.V.) war für mich der Kurzfilm über das Still-Face-Experiment, welchen Prof. Christine Kröger während ihres Hauptvortrages am 14.3. vorstellte.

Ein etwa einjähriges Kind kämpft um die Aufmerksamkeit seiner Mutter, die über zwei Minuten (bemüht) keine andere Reaktion zeigt als Schweigen und einen direkten und ernsten Blick. Seine Verzweiflung mitzuerleben, hat mich tief berührt.

Der Film zeigte sehr deutlich, wie die anfängliche Verunsicherung und das sich zunehmend verstärkende Such- und Kontaktverhalten des Kindes (Kontaktreaktion) erst in Verzweiflung und dann in Apathie und Kontaktverweigerung umkippt, wenn die Suche nach einer emotionalen Reaktion (hier: der Mutter) zu lange unbeantwortet bleibt. Eine Kontaktaufnahme der Mutter nach Beendigung der ihr sichtlich schwerfallenden 2 Minuten beantwortet das Kind dann auch zunächst mit Misstrauen.

Das sich zunehmend steigernde Bemühen des Babys um emotionalen Kontakt und Reaktion durch die Mutter stellt eine natürliche Reaktion auf die psychisch bedrohliche Situation des Babys dar: das ringen darum, die Mutter wieder „ins Boot“ zu holen, ihre Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung zu gewinnen und ihre Zustimmung: Ja, du bist. Du darfst sein. Und ich bin bei Dir.

Das Bedürfnis nach emotionalem Kontakt, Gesehen- und Beachtet-werden und Dazugehören gehört genauso zu unserer psychischen Grundausstattung wie die nach

  • Autonomie und Respekt,
  • Sein-Dürfen, angenehmen Gefühlen, Unlust-vermeidung und spontanem Selbstausdruck sowie
  • Selbstentfaltung und Sinnverwirklichung.[1]

Hans Jellosucheck spricht von „Wurzeln und Flügeln“ die jeder Mensch brauche.

Diese Grundbedürfnisse stehen in einem fundamentalen Zusammenhang mit dem zentralen Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung. Ohne ein Mindestmaß an Sicherheit und Orientierung können wir psychisch – und physisch – nicht überleben.

Bei Bedrohung Alarm

Aus der Traumaforschung wissen wir, dass eine dauerhafte oder plötzlich auftretende massive Frustration grundlegender Bedürfnisse zu innerpsychischen Alarm– und in der Folge zu Stressreaktionen und in der Folge zu maladaptiven – Bewältigungsreaktionen führt.

Und das geht nicht nur Kleinkindern so. Die Angst vor dem Verlust von Zuwendung, Anerkennung oder gar Zugehörigkeit nehmen wir als Gepäck genauso mit ins Erwachsenenalter, wie die vor Geringschätzung, Beschämung, Überwältigung und Kontrollverlust. Auf entsprechende Bedrohungen (z.B. während eines Streits mit dem Partner, in einer Prüfungssituation, bei Kritik durch die Chefin oder bei ärgerlichen oder ungeduldig-genervten Gesten unseres Gegenübers) antwortet unser bio-psychisches System mit einer Alarmreaktion. Diese geht mit hohem Stress und der Einengung der Aufmerksamkeit („Tunnelblick“) einher.

Die psychischen und physischen Kräfte werden auf das Überleben ausgerichtet: Kampf oder Flucht. Wenn keines von beiden möglich oder erfolgreich ist, können wir uns unterwerfen („Tu mir nichts! Ich mache alles, was Du willst!“, „Ich bin gar nicht da!“ „Ich bin nichts, Du bist alles!“ etc.) oder innerlich aussteigen (erstarren/dissoziieren). Dann „sitzen wir wie das Kaninchen vor der Schlange“ und können uns nicht mehr wehren.

Da in solchen Momenten automatisch der älteste Teil unseres Gehirns, das „Reptilienhirn“ die Führung übernimmt, stehen uns die Funktionen des Großhirns nur sehr begrenzt zur Verfügung: Die Fähigkeit, eine Situation ruhig zu betrachten und logische Schlüsse zu ziehen, vernetzt zu denken, ja sogar die Erinnerung an sinnvolle Kommunikation- oder und Konfliktlösungsstrategien kann völlig ausgeblendet sein. Oft verhalten wir uns dann auf eine Weise, die – „mit den Augen der Vernunft“ (Großhirn) betrachtet – für uns selbst unverständlich oder gar beschämend ist (= erneute Bedrohung!). Ein Teufelskreis.

Die auf Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelte Schematherapie spricht hinsichtlich der Bewältigungsstrategien von relativ überdauernden Schema-Modi: Komplexe Muster der Wahrnehmung, des Erlebens und der Reaktion, die der/die Einzelne aufgrund massiv bedürfnisfrustrierender bzw. traumatisierender Erfahrungen v.a. in der Kindheit ausbildet. Diese gilt es bewusst zu machen und zu verändern.

Ansätze emotionsfokussierter Therapie und Beratung beschäftigen sich ebenfalls mit den oft maladaptiven Versuchen, in brisanten interpersonellen Situationen (z.B. in der Kommunikation hochstrittiger Paare) sowohl unsere Zugehörigkeit als auch unsere Selbstachtung zu erhalten. Dabei werden die zugrundeliegenden Bedürfnisse und Gefühle validiert und erkundet. Die gemeinsame Suche gilt dann sinnvolleren Ausdrucksformen und Befriedigungsmöglichkeiten.

Von der Schematherapie zur Arbeit im Emotionalen Resonanzraum (ERR)

Einen anderen Weg beschreiben Lukas Nissen und Michael Sturm. Ihr Ansatz, den sie auf Grundlage der Schematherapie entwickelten, setzt direkt an der den Gefühlen und Bewältigungsreaktionen zugrundeliegenden Alarmreaktion an.

Zur Erinnerung: Der durch eine physische oder psychische Bedrohung (s.o.) ausgelöste Alarmzustand ist gekennzeichnet durch:

  • ein erhöhtes Energieniveau (Arousal),
  • Überlebensreaktionen (Kampf, Flucht oder – wenn beides nicht möglich bzw. erfolgversprechend ist – Unterwerfung oder Erstarrung -> Dissoziation),
  • die Einengung der körperlichen und psychischen Funktionen auf das Überleben (Tunnelblick).

Dazu kommen

  • eine starke Orientierung am sozialen Umfeld (an der Gruppe, am Konfliktpartner statt an den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen)
  • einen hohe Handlungsdruck sowie
  • eine sich selbst aufschaukelnde Dynamik und hohe Ansteckbarkeit

Dieser Prozess hat große Auswirkungen auf

  • Gedächtnisprozesse und Lernfähigkeit (Fähigkeiten des Großhirns stehen im Zuge der sich aufschaukelnden Alarmreaktion immer weniger zur Verfügung.)
  • die Deutung des Verhaltens, der Aussagen und der Absichten des Gegenübers (Einengung auf selbstwertschädigende und bedrohliche Deutungen -> sich selbst erfüllende Prophezeiungen) sowie auf die
  • nach innen und außen gerichteten Bewältigungsstrategien, wie z.B. das Kommunikationsverhalten.

Während die dem Modell zugrundeliegende Schematherapie von 18 Schema-Modi ausgeht, postulieren Nissen und Sturm nur zwei:[2]

  • den alarmierten Zustand und
  • den Zustand wohlwollender Präsenz

Ohne Gefühle keine wirkliche Orientierung – und keine Sicherheit

Dass die Bewältigungs- bzw. Lösungsversuche im alarmierten Zustand maladaptiv sind, liegt auf der Hand. Sie gehen insbesondere mit der Leugnung authentischer Gefühle einher. Angst, Wut, Schmerz, Trauer „dürfen“ nicht mehr gespürt werden, weil sie als nicht bewältigbar und damit als zu bedrohlich wahrgenommen werden.  Und damit verlieren wir unsere wichtigste Instanz für die Beurteilung einer Situation und die Wahrnehmung unserer Bedürfnisse.

Nissen und Sturm betonen, dass Sicherheit als zentrales Bedürfnis und die damit einhergehenden angenehmen Gefühle erst wieder wahrgenommen werden können, wenn die eigentliche Alarmreaktion abgeklungen ist. Und erst dann stehen uns auch die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erfassen, logisch zu denken und Handlungen abzuwägen wieder zur Verfügung. Leider kann diese Beruhigung nicht durch Ablenkung oder gar Suchtverhalten erreicht werden – auch wenn dieser Weg scheinbar nahe liegt.

Emotionsvermeidung überwinden als Weg

Die These der Autoren, die sie anhand vieler Beispiele untermauern, lautet:

Die Einübung der Fähigkeit, sich selbst auch und gerade in emotional als bedrohlich erlebten Situationen mit wohlwollender Präsenz zu begegnen beendet den Alarmzustand und fördert die Fähigkeit zur Selbststeuerung und damit zum flexiblen Umgang mit (herausfordernden) Alltagssituationen (S.99).

Damit sind die zentralen Therapieziele angesprochen. Erreicht werden sie durch die Arbeit im Emotionalen Resonanzraum (ERR). Sie basiert auch einer Verbindung von emotions- und achtsamkeitsbasierten Ansätzen, einer empathischen und wertschätzenden Haltung der Therapeut*in und Psychoedukation.

Die Rolle des/der Therapeut*in beschreiben sie als die einer Prozesshelfer*in, die sowohl Schutzraum zur wohlwollenden Selbsterkundung als auch Orientierung durch Wissensvermittlung bietet (S.100f.) Besonders angesprochen hat mich folgende Aussage, die m.E. genauso für Berater*innen, Coaches und Supervisor*innen gilt:

„In der Rolle als Prozesshelfer geht der Therapeut außerdem davon aus, dass der Leidensdruck des Patienten im Wesentlichen auf sein Gefangensein in seinen Alarmaktivierungen und automatischen Bewältigungsprogrammen zurückgeht und nicht auf mangelnden Fertigkeiten im Umgang mit Alltagsaufgaben.“[3]

Es geht also vordringlich nicht um die Entwicklung und Einübung von praktischen Fertigkeiten, sondern um die Wieder-Befähigung des/der Klient*in, über diese Fähigkeiten zu verfügen! Hier zeigt sich die tiefere Bedeutung des Postulats humanistischer Ansätze: „Der Klient hat das Wissen und die Fähigkeiten zur Lösung seiner Probleme bereits in sich!“.

Die Arbeit im ERR ist keine Technik!

Nissen und Sturm betonen, dass die Arbeit im Emotionalen Resonanzraum keine Technik ist. Sie setzt entsprechende Selbsterfahrung auf professioneller Seite voraus. Nur wenn ich meine emotionalen Reaktionen selbst annehmen und wohlwollend erkunden kann, wenn ich keine Angst davor habe, meine eigenen Bedürfnisse und Gefühle (Angst, Wut, Schmerz, Trauer, Hilflosigkeit, Ärger, Ungeduld, … ) wahrzunehmen und auszuhalten, kann ich auch Anderen dabei zur Seite stehen, die eigene Erfahrungswelt zu erkunden.

Dies impliziert auch, dass wir uns als Berater*innen der Gefahren eines gegenseitigen Sich-Aufschaukelns der Alarmreaktion bewusst bleiben müssen. Wenn Beratungsziele plötzlich an Klarheit verlieren, die Klient*in sich immer weniger engagiert oder Kompetenzen nicht mehr „auffindbar“ sind, kann das auch mit als bedrohlich erlebten Reaktionen der Berater*in zu tun haben (z.B. Irritation und  Ungeduld, die als Geringschätzung erlebt werden und Scham sowie in der Folge Erstarrung/inneren Rückzug hervorrufen). Nissen und Sturm erörtern die Wirkung der Alarmreaktion im Hier und Jetzt des professionellen Settings anhand mehrerer Beispiele.[4]

(Handlungs-) Orientierung inklusive

Ein ganzes Kapitel ist dem Zusammenhang zwischen der „Dynamik von Alarmreaktionen und (der) Klassifikation psychischer Störungen“ gewidmet. Im Teil II des Buches geht es dann um das Wie der therapeutischen Arbeit im ERR. Dabei werden grundlegende Therapieschritte, Interventionen und konkrete Methoden vorgestellt, z.B. zur Arbeit mit traumatischen Erinnerungen oder zum Umgang mit unbefriedigenden Lebensumständen. Zudem werden achtsamkeitsbasierte und körperzentrierte Übungen vorgestellt sowie Hinweise für die Arbeit zu Hause gegeben.  

Aus meiner Sicht verdient das Buch eine klare Empfehlung. Berater*innen, die nach Wegen suchen, dem inneren Erleben mehr wirksamen Raum zu geben sowie die Dynamik zwischen Klient*in und Berater*in aktiv in den Prozess einzubeziehen, werden hier besonders profitieren. 

Wenn Sie den Titel von diesem Link aus direkt beim Junfermannverlag kaufen, erhalte ich einen kleinen Anteil des Kaufbetrags. Vielen Dank!

Quellen:

Grimm (2020) – Grimm, Sabine: Lukas Nissen & Michael Sturm: Emotionsvermeidung überwinden. Eine integrative Methode zur Regulierung des inneren Alarmsystems. Dieser Text erschien in der Online-Zeitung der DAJEB „Beratung als Profession“, Ausgabe 5/2020, S. 19ff. und für die Veröffentlichung auf der Website der Autorin www.klarheit-und-perspektive.de leicht überarbeitet.

Nissen & Sturm (2018) – Nissen, Lukas & Michael Sturm: Emotionsvermeidung überwinden. Eine integrative Methode zur Regulierung des inneren Alarmsystems. Jungfermann Verlag Paderborn 2018


[1] vgl. mein Artikel „Zur Arbeit mit dem
Grundbedürfniskreuz“ in „Beratung als Profession“ 4/2020

[2] Die schematherapeutischen Modi (z.B. das „wütende Kind“) werden als maladaptive Bewältigungsversuche für die (drohende) Nicht-Befriedigung zentraler Bedürfnisse gedeutet.

[3] S. 101

[4] Im Beispiel von Frau Stein, S. 62f., beziehen sich die Autoren auch explizit auf das Still-Face-Experiment.

Veränderungsprozesse im Spiegel von Märchen und Weisheitsgeschichten

Veränderungen begleiten unser Leben – ob privat oder beruflich: ein notwendiger Umzug, Kinder, die geboren werden oder ausziehen, (drohender) Verlust von Liebe, Freundschaften oder Gesundheit, … Manche Veränderungen „überfallen“ uns, andere kündigen sich schon längere Zeit an. Und manche sehnen wir herbei.

Veränderungen implizieren immer einen Abschied von Gewohntem, oft Bewährtem, manchmal lange Zeit vergeblich Erstrebtem oder auch Verhasstem. Das was bisher selbstverständlich war, was trug, gilt nicht mehr. Loslassen tut Not, fällt aber oft schwer. Zudem ist das mögliche Neue oft noch nicht sichtbar. „Was ich habe, das weiß ich. Was ich bekomme, weiß ich nicht.“ Dies habe ich so oder ähnlich formuliert schon oft in der Beratung gehört.

Martina Nohl nennt die Spanne zwischen Abschied und Neubeginn „Zwischenzeit“[1]. Sie betont ihre zentrale Bedeutung in Veränderungs- (Übergangs-) Prozessen. Diese Phase geht nicht selten mit Versagensgefühlen, Orientierungslosigkeit, Ungeduld einher und erinnert uns daran, dass wir eben keine Erfolgsmaschinen sind: „Ich weiß im Moment überhaupt nicht, welche neue Richtung ich meinem Leben geben will.“, „Ich habe es selbst gewollt, jetzt kann ich nicht jammern!“ oder auch „Ich kann doch froh sein, dass ich aus der Sache rausgekommen bin. Warum geht es mir immer noch so schlecht? Müsste ich nicht schneller wieder auf die Beine kommen?“ …

Klient*innen in existentiellen Konflikt- und Entscheidungssituationen – z.B. durch einschneidende Veränderungen oder gar Zerbrechen naher Beziehungen, Misserfolgs- oder Mobbingerfahrungen, Burn Out, (drohender) Verlust des Arbeitsplatzes, erzwungene berufliche Neuorientierung, … – berichten oft von Gefühlen der Hilf- und Orientierungslosigkeit. Das Alte trägt nicht mehr. Dennoch fällt es schwer, Gewohntes, Liebgewordenes oder bis jetzt Erstrebtes loszulassen.

Auch wohin es gehen soll, welche Ziele für sie wirklich stimmig sind, zu ihrer Situation, ihren Ressourcen und Möglichkeiten und vor allem zu dem passen, was ihnen wirklich am Herzen liegt, wissen viele anfangs meist nicht.

In ganz unterschiedlichen Situationen sind wir aufgerufen, uns zu entscheiden. Sie führen uns oft zu existentiellen Fragen: „Wer bin ich? Und wer will ich sein?“, „Wie will ich, wie wollen wir leben?“, „Was liegt mir (oder uns als Paar) wirklich am Herzen?“, „Welche Verantwortung trage ich?“, „Was erwartet mich, was ist noch möglich, wenn dass, worauf ich mein Leben bisher gestützt habe, morsch geworden oder gar zusammengebrochen ist?“, „Wie kann ich meine Würde spüren und die der/des Andere*n achten?“ oder „Wie finde ich Stück für Stück Zuversicht und Kraft, meinen Weg zu gehen, auch wenn er schwer ist?“. Dies sind Fragen, die mir in der Beratung von Einzelnen und Paaren immer wieder begegnen.

Veränderungen aktiv zu gestalten benötigt Zeit – und das Vertrauen, dass wir unseren Weg gestalten können, wenn wir ihn nur gehen. Sie erfordert die Bereitschaft, eigene Sichtweisen und Überzeugungen zu hinterfragen, sich mit Bedürfnissen, Erwartungen und Werten auseinanderzusetzen (den eigenen und denen der derjenigen mit denen wir unser Leben teilen oder von denen wir „abhängig“ sind) und auch mit inneren Antreibern und Blockaden.

Als psychologische Beraterin, Coach und Supervisorin begleite ich Menschen in Konflikt- und Entscheidungssituationen – und in mehr oder weniger freiwilligen Veränderungsprozessen.

Ich weiß, wie wichtig es ist, Menschen zuhören und mit ihnen gemeinsam herauszufinden, welche Fragen, Nöte und Hoffnungen sie wirklich bewegen. Dass ich sie mit neuen Sichtweisen oder Erfahrungsmöglichkeiten in Gespräch bringen und sie manchmal auch konfrontieren muss.

Doch auch dies gilt: Menschen wollen wissen, woran sie sind, worauf sie sich verlassen können, suchen nach Orientierung und bereits erprobten Wegen – auch wenn sie letztlich ihre eigene Antwort auf die An-Fragen des Lebens finden (und geben) müssen.

Eine Möglichkeit, Orientierung zu finden und vom Erfahrungsschatz vieler Menschen zu lernen, ohne sich der Willkür „guter Ratschläge“ ausgesetzt zu sehen, ist die Auseinandersetzung mit Märchen und Weisheitsgeschichten. Sie spiegeln Wachstums- und Wandlungsprozesse per se. Sie zeigen, dass man loslassen muss (und wie es gehen kann), um für Neues bereit zu werden. Sie zeigen, dass es sich lohnt, den eigenen Weg zu suchen und erinnern uns an so wesentliche Fragen wie: „Was liegt dir am Herzen?“ „Wer und was dir wirklich wichtig?“ – „Wofür trägst du Verantwortung?“ – „Was bist du dir selbst schuldig, um mit aufrechtem Gang durch´s Leben gehen zu können?“ – „Was bist du bereit loszulassen, und bist du bereit zu tun, um deine wirklichen Ziele zu erreichen?“

Ich selbst habe mich – wohl aufgrund des namensbezogenen Erbes 😊 – über die Jahre immer wieder mit Märchen beschäftigt. Die Initialzündung erfuhr ich jedoch beim Lesen von Ildikó Boldiszsárs Buch „Die Königin, die unter dem Tisch saß und weinte“.[2]


Ihre „Story-Therapie“ zeigt einen sehr strukturierten und dennoch den individuellen Erfahrungen und Fragen Raum gebenden Weg der therapeutischen Arbeit mit Märchen auf.

Nun will ich nicht dafür werben, in Beratung oder Coaching Märchen- oder „Story-Therapie“ zu betreiben. Dennoch waren und sind Ildikó Boldiszsárs Gedanken zu den vorgestellten Märchen und ihre Vorgehensweise für mich so inspirierend, dass ich wieder begonnen habe, mich Märchen systematisch zu widmen und sie im Hinblick auf wiederkehrende Themen in der Beratung zu befragen.

In der Hoffnung, dass auch Sie, liebe Leser*in, die ein oder andere Anregung für Ihre eigene Beratungs- bzw. Coachingpraxis entnehmen können, werde ich – in loser Folge – ausgewählte Märchen dahingehend betrachten, welche Orientierung sie Berater*innen, Coachs und ihren Klient*innen hinsichtlich des Umgangs mit Entscheidungssituationen und Veränderungsprozessen geben können.

Zu Beginn widme ich mich einem Indio-Märchen aus Südamerika: „Die Beutelratte, die sich fledermauste“. Es gibt eine ganz eigene Antwort auf die Frage, was Not tut, wenn das bisherige Leben nicht mehr trägt.

Viel Freude beim Lesen.

Sabine Grimm


[1] Nohl (2011) – Nohl, Martina: Übergangscoaching. Berufliche Veränderungen kompetent und erfolgreich gestalten, Junfermann 2011, S. 67ff.

[2] Boldizsár (2018) – Boldiszsár, Ildikó: Buch „Die Königin, die unter dem Tisch saß und weinte“. Arkana 2018

Die Beutelratte, die sich fledermauste

Es war einmal eine Beutelrate, die war ihr altes Leben müde, da sagte sie sich: „Ich bin zu alt für dieses Rattenleben und zu langsam, meine Beine sind schwer und wollen mich nicht mehr. Es ist Zeit, dass ich mich verwandele. Aber was soll ich werden? Ich will im Dunkeln meine Wege finden, ohne dass man mich sieht. Soll ich also eine Schabe werden? Lieber nicht. Die Leute würden mich verachten und zertreten. Soll ich eine Schlange werden? Ach nein, dann wird man mich fürchten und hassen. Ich will eine Fledermaus werden! Die fliegt durch die Nacht und frisst reife Bananen!“

Und dann ging die alte Ratte daran, sich zu fledermausen. Mit ihrem langen Schwanz und ihren Hinterpfoten hielt sie sich fest an einen Zweig und hängte sich Kopf nach unten auf, wie Fledermäuse das tun. Aber da bekam sie einen Schluckauf.

Eine Fledermaus, die vorüberflog, hörte, wie sie schluckte und schluckte. Sie flatterte um die Ratte herum. „Was machst du denn da?“, fragte sie, „willst du dich über mich lustig machen?“ – „Nein“, sagte da die alte Ratte, „ich will mich nicht über dich lustig machen. Ich will mich fledermausen.“ – „Wir Fledermäuse haben keinen Schwanz“, sagt die Fledermaus. Da warf die Ratte ihren Schwanz ab und hielt sich nur noch mit den Hinterpfoten fest. – „Wir Fledermäuse brauchen keinen Beutel!“ – Da warf die Beutelratte ihren Beutel fort. – „Wir Fledermäuse haben Flügel!“ – Da dehnte und dehnte die Beutelratte ihre alte Haut und spannte neue Flügel aus. Die Fledermaus flog davon und sagte zu ihrem Volk: Denkt euch, was ich gesehen hab’. Dahinten ist eine Beutelratte, dich sich fledermaust. Sie will sich verwandeln, um mit uns zu leben. Lasst sie in Ruhe, dass sie sich verwandeln kann.“ Da riefen alle Fledermäuse: „Eine Ratte, die sich fledermaust! Eine Ratte die sich fledermaust! Los, los, das müssen wir sehen!“, und sie flogen alle dorthin und sahen die Beutelratte, die da hing und sich fledermauste.

„Ratte, Ratte, hast du dich schon verwandelt?“, fragten sie – „Ja, verwandelt hab’ ich mich schon“, sagte die Ratte „und jetzt möchte ich fliegen. Aber ich fürchte mich.“ – „Fürchte dich nicht, Ratte!“, riefen die Fledermäuse. „Fliege! Es ist wunderschön.“ Die alte Ratte wollte gern fliegen, aber sie fürchtete sich und zitterte und war ganz schwer vor Angst und blieb hängen. „Hab keine Angst“, riefen die Fledermäuse „wir werden dich das Fliegen lehren. Breite nur deine Arme aus, lass deine Flügel schwingen und dann lass dich fallen – und du wirst fliegen!“

Da spannte die alte Ratte ihre neuen Flügel aus, sie lässt sie schwingen, lässt sich los – sie fliegt! „Wunderschön ist es!“, ruft sie und fliegt davon durch die Nacht. Wir können sie nicht sehen, aber sie sieht uns auch im Dunkeln. Sie findet Bananen, mehr als genug, und die reifen, die frisst sie. So hat die alte Beutelratte sich gefledermaust. Ein alter Indianer hat’s erzählt. In seinem Land ist es geschehen.

Indiomärchen aus Südamerika, bearbeitet von H. Dickerhoff[1]


[1] Dickerhoff (2007) – Dieckerhoff, Heinrich: Trau deiner Sehnsucht mehr als deiner Verzweiflung. Lärchen zum Leben. Matthias-Grünewald-Verlag. Ostfoldern 2007, S. 93ff.

Originalbild von H. Hach auf Pixabay

Märchen zeigen Wege – Gedanken

Die Beutelratte spürt, dass ihr altes Leben vorbei ist. So wie bisher kann es nicht weitergehen. Spürt: „Es ist Zeit, dass ich mich verwandele.“
Welche Gestalt „passt“ zu ihr? Welche ist ihr hinreichend ähnlich, sodass sie überhaupt zu hoffen wagen kann, die Wandlung zu erreichen? Welche ist jedoch auch hinreichend anders als ihre bisherige? – Welche macht einen „Unterschied, der einen Unterschied macht“?
Die Fledermaus begegnet ihr zu erst verwundert, gar misstrauisch: „willst du dich über mich lustig machen?“. Doch dann begleitet sie die Wandlung der Beutelratte interessiert aus wohlwollender Distanz.
Doch verwandeln muss diese sich selbst. Die Mühen des Loslassens, des geduldigen Ausharrens und des Erringens ihrer eigenen Flügel kann ihr niemand abnehmen.
Wieder macht ihr die Fledermaus Mut. Diesmal sind sogar ihre Freundinnen dabei: „Fürchte dich nicht, Ratte!“. Sie haben die Wandlungsfähigkeit der Beutelratte erfahren, glauben an sie. Und als ihr der Mut zu versagen droht, halten sie ihr ihr Ziel vor Augen: „Fliege! Es ist wunderschön.“
Wunderschön, nicht nur für die Beutelratte, die nunmehr in ihrer neuen Gestalt angekommen ist. Wunderschön auch als Gleichnis und Zielbild jeglicher Wandlung: Nutze deine neu erworbenen Kräfte, spanne deine neuen Flügel aus und fliege, fliege!
Jene wiederum halten Abstand, der Freiheit lässt. Kein „Wenn du eine richtige Fledermaus sein willst, musst du …“. Sie bringen ihr Wohlwollen und Wertschätzung entgegen, Respekt vor ihrer ganz persönlichen Entscheidung und ihrem Weg – und erlauben der Ratte damit, genau diesen, ihren eigenen Weg zu finden.

Dieses kurze Märchen stellt für mich auf eindrückliche Weise den Weg jeglicher existentieller  Veränderung dar: Die Einsicht: „Das Alte trägt nicht mehr. Ich muss und will etwas ändern.“. Der Abschied von Überholtem. Loslassen, sich besinnen und ein anstrebenswertes und stimmiges Ziel finden. Die Zeit kommen lassen, dann alle Kräfte ausrichten auf das entstehende Neue.  – Und zu guter Letzt den eigenen Weg auch gehen (fliegen). Dazu macht das Märchen Mut.